74. Deutscher Kartographie Kongress 2026 in Dresden

29.05.2026 von Katja Haferkorn

FOSSGIS e.V. mit Stand und Keynote beim DKK

vom 27. bis 29. Mai 2026 trafen sich 140 Fachleute und Interessierte aus Kartographie, Geoinformatik, Geodatenmanagement, Forschung und Verwaltung an der Technischen Universität Dresden, um die gesellschaftlichen, historischen und gestalterischen Fragestellungen der Kartographie zu diskutieren und aktuelle technische Entwicklungen zu beleuchten. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e.V. (DGfK) in Zusammenarbeit mit dem Kartographischen Institiut der TU Dresden.

Die Themen begegnen sich in Form von über 40 Beiträgen an den Schnittstellen der Geo-Community und speisen sich aus Geoinformatik, Visualisierung, Open Data, Design, Raumplanung, Umweltforschung und Digital Humanities.
Eine zentrale Frage ist, wie Karten und Geodaten künftig erstellt, analysiert und vermittelt werden. Dabei wurden Web- und Open-Source-Kartographie, wie OpenStreetMap, MapLibre, Vector Tiles, QGIS und auch Automatisierung, Visualisierung, Usability und Storytelling mit Geodaten bis hin und zu KI-gestützter Kartenerstellung betrachtet. Themen zu Partizipation, Lehre, Barrierefreiheit, mobile Anwendungen wurden ebenso besprochen wie das Selbstverständnis der Kartographie als Kommunikationswissenschaft beleuchtet wurde. Auch spielte eine Rolle, wie Karten Wahrnehmung, Politik und gesellschaftliche Aspekte berühren.

Am ersten Tag liegt der Fokus auf praktischen Lernen im Rahmen von praxisorientierten Workshops. Am Donnerstag startete der Kongress mit einer Keynote, unter dem Titel “Wir setzen alles auf eine Karte!” erklärt Jochen Topf wie die Struktur der OpenStreetMap-Daten und die technischen Gegebenheiten die Kartographie der OSM-Karten beeinflussen. Im weiteren Programm zeigt sich, dass OSM in vielen Sessions eine Rolle spielt. Es kann festgehalten werden, dass viele kartographische Innovationen heute eher aus offenen Ökosystemen als aus proprietären Anwendungen kommen.

Keynotevortrag und FOSSGIS-OSM-Stand beim DKK 2026

In den Pausen nutzen die Teilnehmenden das Catering und Ausstellungsangebot, um sich zu informieren und zu vernetzen.

Die Anwesenheit des FOSSGIS-Standes kommt gut an und die Anliegen sind sehr unterschiedlich. Das Spektrum reicht von “was heißt eigentlich FOSSGIS?” bis hin zu tiefergehenden Fragen zur Finanzierung von OSM. Das Thema Migration von proprietären zu offenen Systemen ist präsent, Vernetzungsmöglichkeiten speziell für QGIS-Nutzende werden nachgefragt. Auch in der Agrarwirtschaft benutzt man GIS-Software und schaut nach Alternativen zu proprietären Systemen. Es hat sich gelohnt mit einem Stand dabei zu sein und Präsenz zu zeigen.

Der FOSSGIS pflegt eine Kooperation mit der DGfK, die gemeinsame Zeit auf dem DKK hat gezeigt, dass die Themen gut zusammenpassen. Die Kooperation soll zukünftig noch sichtbarer werden, indem die Veranstaltung CartoHack gemeinsam veranstaltet wird. Beim CartoHack handelt es sich um ein Hands-On-Online-Format, bei dem eine technische Fragestellung beleuchtet wird und die Teilnehmenden mitmachen können.

An den jeweiligen Konferenzabenden treffen sich die Teilnehmenden im Restaurant und genießen den Elbeblick und Netzwerken.

Blick auf die Altstadt Dresden und auf die Elbe beim Social Event des DKK 2026